Über mich

Über mich (spontane Gedanken beim Erstellen der Website):

Warum ist diese Website überhaupt entstanden?

Ich fotografiere seit früher Jugend und habe nicht nur den Wechsel der Techniken, sondern auch der präferierten Sehgewohnheiten aufmerksam verfolgt. Großformatige Vergrößerungen meiner nicht unbedingt nachahmenswerten Frühwerke habe ich schon frühzeitig im häuslichen Milieu stolz den Besuchern präsentiert, die Höflichen haben sich zumindest nicht – für mich sichtbar – abgewandt.

Nach Gründung der eigenen Praxis als niedergelassener Facharzt für Innere Medizin in Gelsenkirchen-Buer im Jahr 1989 konnten sich die Betrachter zumindest im Warte- und Sprechzimmerbereich des Anblicks meiner Werke nicht mehr entziehen, da sie ja oft Hilfe bei der Linderung ihrer Beschwerden erwarteten. Waren es anfänglich noch selbst vergrößerte Schwarz-Weiß-Aufnahmen (bis zum Format 50 x 60, größere Schalen hatten ich in meinem Fotolabor nicht zur Verfügung), kamen später kleinformatige Farbbilder mit mehr oder weniger interessanten Reiseaufnahmen dazu. Der Prozess der Auswahl der Bilder war langwierig, die vom örtlichen Fotohändler zurückerhaltenen Ergebnisse entsprachen selten meinen Erwartungen.

Mit dem Siegeszug der Digitalphotographie änderten sich die Bedingungen für mich zum eindeutigen Positiven: Sofern die Bilder am kalibrierten Monitor bearbeitet und dann bei einem Fachlabor zur Vergrößerung in Auftrag gegen wurden, erhielt man jetzt erstmalig reproduzierbare Ergebnisse. Mit der Zeit wurden die Räume der Praxis mit immer weiteren großformatigen Aufnahmen – vorwiegend der Tierwelt – ausgestattet.

Nach gut 40-jähriger Tätigkeit als Arzt habe ich mich Ende 2021 in den Ruhestand verabschiedet. Viele meiner Patienten und Freunde (verwendet wird von mir der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber weiterhin immer nur das generische Maskulinum, angesprochen werden sollen natürlich aber auch alle Frauen und die Mitglieder der LGBTQIA+-Gemeinde) haben mich gebeten einige der in der Praxis ausgestellten Bilder auch zur allgemeinen Ansicht ins Netz zu stellen. Ich habe mich lange dagegen gesträubt, da dies ja mit viel Arbeit verbunden ist und somit auch Zeit kostet. Schließlich habe ich nachgegeben und innerhalb von zwei Wochen zusammen mit meinem Sohn Henri eine Website „zusammengezimmert“.

Auf Langeoog sieht die Sache anders aus: Hier bin ich gleichsam zuhause und müsste eigentlich mühelos zu phantastischen Aufnahmen kommen. Dies ist aber leider nicht der Fall. Bei meinen ersten Exkursionen am Flinthörn 2015 habe ich auf dem markierten Wanderweg die zahlreichen schönen Schilder am Wegesrand bewundert auf denen die angeblich hier regelhaft zu beobachtende Tierwelt den zahlenden Touristen mit schön gemalten Darstellungen und informativen Texten angepriesen wird. Fast nichts davon ist gewöhnlich der Fall: Bei meinen über 50 Besuchen habe ich nicht ein einziges Kornweihepärchen erspähen können und dies trotz bester Ausstattung mit Ferngläsern der renommiertesten Hersteller. Nur im Winterhalbjahr habe ich zweimal eine Kornweihe (gut erkennbar an der weißen Oberschwanzdecke) am anderen Ende der Insel aus großer Entfernung gesehen, ein Foto ist mir nie gelungen. Der Grund ist einfach: Die Kornweihe ist als Brutvogel auf Langeoog seit vielen Jahren verschwunden. Dies erzählt Dir aber keiner.

Dagegen ist die Rohrweihe im Frühjahr und Sommer immer anzutreffen (leider flog sie meist genau da nicht direkt vorbei wo ich ihr gerade aufgewartet habe). Dafür habe ich aber mehrfach (aber bisher nur in 2 Jahren) eine Sumpfohreule gesehen und davon ein paar akzeptable Aufnahmen machen können. Auch die schönen Abbildungen des Sandregenpfeifers (Charadrius hiaticula) hätten sich die Schilderaufsteller sparen können: Auch dieser ist als Brutvogel auf Langeoog bereits seit Jahren so gut wie nie mehr beobachtet worden (laut mündlicher Auskunft von Florian Lemke (Mitarbeiter des NLWKN) im Januar 2022, wurden im Jahr 2021 jedoch immerhin 3 Brutpaare registriert.

Der langjährige frühere Nationalparkwächter Jan Weinbecker hatte seinerzeit jährlich hervorragende Berichte mit den beobachteten Vögeln (Anzahl und Arten) herausgegeben. Nach Durchsicht dieser Berichte (der aktuellste mir vorliegende datiert von 2013) war man sich zumindest im Klaren darüber was man mit welcher Wahrscheinlichkeit tatsächlich erwarten konnte. Nach dem Ausscheiden von Jan Weinbecker sind meines Wissens keine Berichte für die Öffentlichkeit mehr erstellt worden, zumindest haben meine Recherchen diesbezüglich nicht zum Erfolg geführt. Der jetzige Ranger bzw. auch der Nationalparkwächter sind wohl mit anderen Arbeiten beauftragt worden.

Langeoog gehört zum Nationalpark Wattenmeer. Dies bringt es mit sich, dass weite Teile der Insel nicht betreten werden dürfen. Dies ist zweifellos richtig und auch erforderlich um die Vogelwelt vor den überall herumtrampelnden Touristen zu schützen. Gleichzeitig ist es aber deshalb praktisch fast unmöglich mit vertretbarem Aufwand zu schönen Nahaufnahmen der Vögel zu kommen, da hierfür die Entfernung meist zu groß ist. In Island, Norwegen, aber auch auf der nahe gelegenen Insel Norderney gibt es vielerorts ausgezeichnete Vogelbeobachtungshütten für Photographen. Es wäre schön, wenn zumindest eine an geeigneter Stelle in Langeoog errichtet werden würde.