Spitzbergen (Svalbard)

Vom 29. Juni bis zum 10. Juli 2014 haben wir Spitzbergen (Svalbard) mit dem russischen Expeditionsschiff „Polar Pioneer“ besucht. Die Reise wurde bei dem amerikanischen Unternehmen JOSEPH VAN OS PHOTO SAFARIS gebucht. Wenn die Amerikaner etwas können, dann ist es organisieren (siehe auch den Werbespruch von KODAK „You push the button, we do the rest“). Demgegenüber hatten wir aber manchmal das Gefühl, dass uns die Sichtungen etwas zu leicht gemacht wurden und wir zu wenig Bewegung hatten. Denn aus lauter Angst, dass sich ein Amerikaner die Haxen brechen und dann die Gesellschaft verklagen könnte, wurde im gesamten Zeitraum nur einmal das Schiff für eine Anlandung verlassen.

Entscheidend für die Sichtungen von Eisbären auf einer derartigen Reise ist, dass ein erstklassiger „Spotter“ an Bord ist, der mit dem Fernglas den Horizont nach „winzigen gelben Pünktchen“ absucht. Genau diese – für uns kaum wahrnehmbaren – Pünktchen stellen sich bei der weiteren Annäherung dann als die riesenhaften Eisbären heraus.  Daher hatten wir großes Glück, dass Herr Rinie van Meurs aus Holland an Bord war, der sein Metier wirklich beherrscht. Zuvor hatten mir zahlreiche Personen berichtet, dass sie bei einer Spitzbergentour keinen einzigen Eisbären gesehen hätten. Schließlich gilt es auch hier die richtige Wahl zu treffen, insbesondere ein kleines Schiff mit wenig Komfort zu bevorzugen. Denn hiermit sind Sichtungen deutlich leichter möglich als mit einem riesigen Kreuzfahrtschiff.

Nichtsdestotrotz ist mir auf dieser Fahrt vor lauter Aufregung im Angesicht eines gigantischen Eisbären mein Reissack (zur Stabilisierung der Kamera) über Bord gegangen. Ein freundlicher Russe hat mir diesen dann aber wieder an Bord geholt, als Rekompensation erhielt die Crew von mir eine Flasche Wodka. Schließlich ist mir einige Tage später auf Deck dann auch noch der Verschluss meines Reissackes aufgegangen worauf sich dessen Inhalt großflächig auf dem Außendeck zerstreute. Infolgedessen suggerierte das Gangbild der überwiegend anwesenden Amerikaner eine gewisse Unsicherheit. Darauf musterte mich der bedauerlicherweise nebenstehende Reiseleiter Joseph van Os mit einem äußerst strengen Blick. Nach einer knappen Stunde hatte ich – unter Mithilfe meiner Ehefrau – die meisten Reiskörner aber wieder aufgelesen. Dadurch wurde die Sturzgefahr an Deck wieder minimiert.