Island

Island (aus dem isländischen wörtlich übersetzt „Eisland“) ist ein Inselstaat im äußersten Nordwesten Europas. Mit gut 100.000 Quadratkilometern ist Island – nach dem Vereinigten Königreich – der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Außerdem ist die Hauptinsel die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Andererseits ist Island mit seinen ca. 360.000 Einwohnern bei einer Bevölkerungsdichte von 3,5 Einwohnern pro km² der am dünnsten besiedelte Staat Europas. Dabei wohnen über 60 Prozent der isländischen Bevölkerung in der Hauptstadtregion von Reykjavík. Die Besiedlung durch Menschen begann erst im 9. Jahrhundert.

Eisberge Jökulsárlón Februar 2022

Island liegt auf dem mittelatlantischen Rücken und damit sowohl auf der nordamerikanischen als auch auf der eurasischen Platte. Die Plattengrenzen ziehen sich von Südwesten nach Nordosten in etwa diagonal über die Insel und entfernen sich jährlich etwa 2 cm voneinander. Ein Mantelplume unter der Insel sorgt für ständigen Nachschub von geschmolzenem Gesteinsmaterial aus dem Erdinneren. Die Landschaft ist durch Vulkanismus und Wasserreichtum geprägt. Daher gibt es auch zahlreiche – zum Teil noch aktive – Vulkane, Flüsse, Seen und Wasserfälle. Darunter ist mit dem Dettifoss der energiereichste Wasserfall Europas.

Das isländische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-Wüste und ist nahezu unbewohnt. Eine Vielzahl von Gletschern prägen das Gesicht der Insel. Die Küstenlinie ist im Bereich der isländischen Fjorde stark zerfurcht.

Überdies gibt es neben der Hauptinsel eine Reihe kleinerer Inseln, darunter die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar). Diese bewohnte Inselgruppe südlich der Hauptinsel umfasst vierzehn Inseln, dazu Schären und Felsen.

Durch das arktische Klima ist die Tier- und Pflanzenwelt Islands im Vergleich etwa zu Mittel- und Südeuropa wenig artenreich. So gab es vor der Besiedlung durch den Menschen nur Vögel, Fische, Insekten, Robben, Polarfüchse und vereinzelt Eisbären. Anders als bei den anderen Tierklassen ist die Vielfalt der Vögel jedoch enorm groß.

Überdies sind die zahlreichen Vogelfelsen auch ein Magnet für Vogelbeobachter aus aller Welt. So finden sich an den Vogelfelsen unter anderem Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmvögel, Gryllteisten, Basstölpel und natürlich der bekannteste Vogel Islands, der Papageitaucher (isländisch: Lundi).  

Dagegen sieht man im Landesinneren zahlreiche Uferschnepfen, Alpenschneehühner, Goldregenpfeifer, Odinshühnchen u.a.. Weiterhin sind auf den Seen Eis- und Sterntaucher zu beobachten. Auf den Sanderflächen muss man sich vor den Angriffen von Skuas (Raubmöwen) und Küstenseeschwalben in Acht nehmen. Überdies haben drei nordamerikanische Arten (Eistaucher, Kragenente und Spatelente) auf Island ihr einziges europäisches Brutvorkommen.

Besonders der See Mývatn (übersetzt „Mückensee“) ist für seinen ungewöhnlichen Artenreichtum an Wasservögeln (z. B. Bergenten und Spatelenten) bekannt. So findet sich in den Frühjahrs-, Sommer- und frühen Herbstmonaten an diesem See die weltweit größte Vielfalt an Entenarten. Immerhin ein Drittel der Enten- und Sägerarten überwintert dort.

Sollten Sie einen geführten Photoworkshop in Island planen, empfehle ich Ihnen Daniel Bergmann. Er ist ein weltweit renommierter Landschaftsphotograph und verfügt auch über eingehende Kenntnisse der Geographie und Vogelwelt Islands.

Zur Vorbereitung auf eine Islandreise sind auch historische Reisebeschreibungen äußerst lesenswert, z.B. „ISAFOLD, Reisebilder aus Island“ von Ina von Grumbkow (ehemalige Verlobte des 1907 bei der Erkundung des Öskjuvatn in der Askja-Caldera spurlos verschollenen deutschen Geologen Walther von Knebel), auch als Nachdruck erhältlich.

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