Antarktis und Subantarktis

2009 brachte uns die Polar Star (am 1. April 1968 in Helsinki unter dem Namen Njord auf Kiel gelegt und von der schwedischen Marine bis 2000 genutzt, Verkauf und Umbau für touristische Zwecke 2000, Grundberührungen 2010 und 2011, wegen Insolvenz des Eigners seither aufgelegt im Hafen von Palma) bis auf das antarktische Festland. Dann erfolgte 2019 eine erneute Reise mit der Ushuaia (1970 als Forschungsschiff für die Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA in den USA gebaut und später ebenfalls zum Expeditionsschiff umgerüstet) auf die Falkland Inseln bzw. nach Südgeorgien.

Beide Schiffe sind – an heutigen Maßstäben gemessen – betagt und sehr klein (unter 100 Passagiere), bieten vergleichsweise wenig Komfort und sind gerade deswegen für eine Expeditionsfahrt mit dem Schwerpunkt Naturbeobachtung besonders geeignet. Übrigens wurden bzw. werden sie von Gesellschaften betrieben, die sich freiwillig einem umfangreichen Regelwerk der IAATO unterworfen haben um den negativen Einfluss des Tourismus auf die noch weitgehend unberührten Regionen zu minimieren. Abgesehen davon ist es Schiffen mit über 500 Passagieren nicht gestattet in der Antarktis anzulanden. Außerdem dürfen einige interessante Zielgebiete nur von einer bestimmten Anzahl von Personen gleichzeitig besucht werden (z.B. Prion Island an der Ostküste Südgeorgiens: maximal 50 Personen), so dass selbst ein Schiff mit 100 Personen die Anzahl der Besucher in Gruppen aufteilen muss.

Aus den genannten Gründen würde ich eine Reise mit einem Schiff von über 100 Personen in diese Regionen niemandem empfehlen, da die tatsächliche Zeit, die zur Naturbeobachtung an Land dann zur Verfügung steht, dann drastisch verringert wird (mindestens halbiert). Auch der scheinbar günstigere Preis bei Wahl eines Schiffes bis 500 Personen kann dieses Manko niemals wettmachen.

Wenn Sie leicht seekrank werden, machen Sie sich auf das Schlimmste gefasst (ich war auf beiden Reisen mehrere Tage „außer Gefecht“). Sobald Sie aber an Land gehen können, werden Sie sofort symptomfrei und durch die dort möglichen Erlebnisse mehr als entschädigt. Wenn Sie nur einmal in Ihrem Leben eine „große Reise“ machen wollen, machen Sie diese, Sie werden es nicht bereuen. Wenn Sie sich allerdings vor der Seekrankheit fürchten, fahren Sie besser z.B. nach Spitzbergen, dort ist das Wasser viel ruhiger.

Im Hinblick auf Tierbeobachtungen ist Südgeorgien (South Georgia) wesentlich interessanter als das antarktische Festland bzw. das dortige Schelfeis. Wenn Sie allerdings unbedingt Kaiserpinguine sehen wollen, müssen Sie dorthin (wir haben darauf verzichtet).