Langeoog

Die ostfriesische Insel Langeoog (der Name bedeutet „lange Insel“) liegt im Nationalpark Wattenmeer. Dieses ist weltweit herausragend in seiner Bedeutung für die Artenvielfalt, die geologische Dynamik und die ökologischen Prozesse, die hier noch weitgehend natürlich ablaufen können. Der feinsandige Strand erstreckt sich über die gesamte Nordseite. Daran an schließt sich gen Süden eine einzigartige Dünenlandschaft. Millionen von durchziehenden Vögeln sind im Frühjahr und Herbst zu Gast im Wattenmeer. Über 10.000 verschiedene Arten leben im Wattenmeer um und auf Langeoog.

Langeoog im Morgennebel (Blick vom Flinthörn)

Auch inzwischen in Deutschland sehr seltene Brutvögel (u.a. Löffler, Rohrweihe, Sumpfohreule, etc.) können hier im Frühjahr und Sommer gut beobachtet werden. Weitere Bilder von Vögeln aus Deutschland finden Sie hier.

Bei meinen ersten Exkursionen auf Langeoog (am Flinthörn im Jahre 2015) habe ich auf dem markierten Wanderweg die zahlreichen Schilder am Wegesrand bewundert. Die dort angeblich zu beobachtende Vogelwelt wird den zahlenden Touristen mit schön gemalten Darstellungen und informativen Texten angepriesen. Fast nichts davon ist gewöhnlich der Fall: Bei meinen über 50 Besuchen habe ich dort nicht ein einziges Kornweihenpaar erspähen können und dies trotz bester Ausstattung mit Ferngläsern der renommiertesten Hersteller. Nur im Winterhalbjahr habe ich zweimal eine männliche Kornweihe (gut erkennbar an der weißen Oberschwanzdecke) am anderen Ende der Insel aus großer Entfernung gesehen. Der Grund ist einfach: Die Kornweihe ist als Brutvogel auf Langeoog seit vielen Jahren verschwunden. Dies steht aber nicht auf den Schildern!

Dagegen ist die Rohrweihe im Frühjahr und Sommer immer anzutreffen. Auch die in Deutschland inzwischen sehr seltene Sumpfohreule habe ich mehrfach (aber bisher nur in 2 Jahren) gesehen und davon ein paar akzeptable Aufnahmen machen können. Die schönen Abbildungen des Sandregenpfeifers (Charadrius hiaticula) hätten sich die Schilderaufsteller ebenfalls sparen können: Auch dieser ist als Brutvogel auf Langeoog bereits seit Jahren so gut wie nie mehr beobachtet worden (laut mündlicher Auskunft von Florian Lemke, Mitarbeiter des NLWKN, wurden im Jahr 2021 jedoch immerhin 3 Brutpaare registriert).

Der langjährige frühere Nationalparkwächter Jan Weinbecker hatte seinerzeit jährlich hervorragende Berichte mit den beobachteten Vögeln (Anzahl und Arten) herausgegeben. Nach Durchsicht dieser Berichte (der aktuellste mir vorliegende datiert von 2013) war man sich zumindest im Klaren darüber was man mit welcher Wahrscheinlichkeit tatsächlich erwarten konnte. Nach dem Ausscheiden von Jan Weinbecker sind meines Wissens keine Berichte für die Öffentlichkeit mehr erstellt worden.

Langeoog gehört zum Nationalpark Wattenmeer. Dies bringt es mit sich, dass weite Teile der Insel nicht betreten werden dürfen. Dies ist zweifellos richtig und auch erforderlich um die Vogelwelt vor den überall herumtrampelnden Touristen zu schützen. Gleichzeitig ist es aber deshalb äußerst schwierig mit vertretbarem Aufwand zu schönen Nahaufnahmen der Vögel zu kommen (da hierfür die Entfernung meist einfach zu groß ist).

Für weitergehende Informationen über Langeoog bzw. den Nationalpark Wattenmeer empfehlen wir Ihnen den Besuch folgender Webseiten:

langeoog.de

nationalpark-wattenmeer.de

zugvogeltage.de

regenpfeifertouren.de

langeoognews.de